Jessica und die Odenwaldbande
Leseprobe
Trotzdem ist es auch uns vergönnt, hier und da Erfolge zu feiern. So basieren Szenen aus den Episoden auf Ermittlungsverfahren, die ich selbst durchgeführt habe oder daran beteiligt gewesen war. Ich hoffe sehr, dass es mir gelungen ist, die Personen als auch Einzelheiten der Handlungen soweit zu verändern, dass sich niemand darin wiedererkennen muss. Aber die Ideen dazu hat die Wirklichkeit geliefert, weshalb die Geschichten nicht pure Phantasie sind.

Noch ein Wort zu meinem Ausflug in das Thema „Mordfallermittlungen“, welchen ich in der zweiten Episode gemacht hatte: Mich ärgert einerseits, wie wenig Realitätsbezug die vielen Krimis haben, die im Fernsehen gezeigt werden. In Bayern lösen zwei Polizeiobermeister namens Hubert und Staller regelmäßig Mordfälle, woanders sogar Polizeipensionäre. Während die Ermittlungen noch durchaus unterhaltsam anzusehen sind, werden bei der Lösung der Fälle dann Klimmzüge gemacht, die fast an Grimms Märchen erinnern. Kaum ist der Tatverdächtige einer einfachen Lüge überführt, schon legt er ein Geständnis ab. „Sie haben mich erwischt, ich war’s!“

Man bedenke, dass das Gesetz für einen Mörder eine lebenslange Freiheitsstrafe vorsieht. Selbst, wenn ich ein Geständnis abgelegt hätte, dann würde ich dies spätestens dann widerrufen, wenn mein Anwalt mir nach Akteneinsicht mitgeteilt hätte, dass ansonsten keine Beweise gegen mich vorliegen. Gründe für einen Widerruf sind schnell gefunden. Deshalb wünschte ich mir, dass die Krimi-Ermittlungen zu mehr sachdienlichen Beweisen führen würden, wie sie auch in der Realität geführt werden könnten. Leider ist dies regelmäßig, also von ein paar Ausnahmen mal abgesehen, nicht der Fall.

1 2 3 4 5
Zurück zur Übersicht Leseproben
ImpressumDatenschutzerklärung