Jessica und die Odenwaldbande
Leseprobe
Es gibt zahlreiche Abhandlungen über die Phänomene der alltäglichen Internet-Kriminalität (auch Cybercrime genannt), wobei ich jetzt nicht Hackerangriffe auf Server, Ausspähen von Firmengeheimnissen oder andere große Ereignisse meine, die viel Fachwissen und technischen Verstand erfordern, sondern wo bereits ein gewisses Maß Unverfrorenheit und ein Mangel an schlechtem Gewissen ausreichen, um als Täter erfolgreich sein Unwesen treiben zu können. Aber wer liest schon darüber, wenn er meint, dass einem dies nie betreffen könnte.

Gerade aber, weil jedem diese Ereignisse tagtäglich begegnen können, kam mir die Idee, statt einer sachlichen Beschreibung der Phänomene dies in alltägliche Geschichten zu verpacken, damit sie vielleicht doch gelesen werden. Denn meine Erfahrungen sagen mir, dass in vielen Fällen nur diejenigen Schaden davon tragen, die vorher arglos gewesen sind. Deshalb möchte ich mit meinen Veröffentlichungen keine Angst verbreiten, sondern lediglich warnen und zu einem gesunden Misstrauen aufrufen.

Als vor ein paar Jahren im Fernsehen als Mehrteiler die Produktion „Morgen hör ich auf“ lief, wo Bastian Pastewka die Rolle eines in Geldnot geratenen Druckers und Familienvaters spielt, der aufgrund seiner Notlage zum Geldfälscher wird, aber immer mit dem Vorsatz „Nur dies eine Mal“, da kam mir die Idee, eine ähnliche Geschichte zu schreiben und den Geldfälscher durch den Internet-Betrüger zu ersetzen. Nachdem ich bereits einige Kapitel geschrieben hatte, gab ich das Vorhaben wieder auf, weil ich merkte, dass ich die Hauptrolle (Jessica als Internet-Betrügerin) zu positiv dargestellt hatte. Schließlich wollte ich nicht erreichen, dass man mit solchen Machenschaften auch noch Sympathie haben sollte.

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